Sortiment
Dichtmittel & Montagebedarf
Direkt anrufen: 02226 908457Die Kategorie Dichtmittel & Montagebedarf bündelt Dichtstoffe, Kleber und Befestigungstechnik für die tägliche SHK-Montage. Sie richtet sich an Installateure, Heizungsbauer und Wiederverkäufer in Rheinbach, der Voreifel und im Rhein-Sieg-Kreis – vom Abdichten der Anschlussfuge bis zur sicheren Befestigung der Leitung.
Produktarten & Sortiment
Die Kategorie deckt zwei Gewerke ab, die auf der Baustelle Hand in Hand gehen: das Abdichten und Verkleben auf der einen, das Befestigen und Entkoppeln von Leitungen auf der anderen Seite. Bei beiden entscheidet weniger das Produkt als die Paarung mit dem Untergrund – welcher Dichtstoff auf welchem Material, welche Schelle an welcher Leitung. Zur Kategorie gehören:
- Silikon- und Neutraldichtstoffe für Sanitär und Bau.
- Kleb- und Hybriddichtstoffe für tragende Verklebungen.
- Rohrschellen mit und ohne Schalldämmeinlage.
- Montageschienen, Gleitmuttern und Befestigungszubehör.
- Verbrauchsmaterial für die Baustelle.
Bei den Dichtstoffen läuft die Unterscheidung über das Vernetzungssystem. Essigvernetzende (acetatische) Silikone härten schnell aus und setzen dabei Essigsäure frei – daran scheitern sie auf kalkhaltigem Naturstein. Neutralvernetzende Silikone auf Oxim- oder Alkoxy-Basis sind geruchsärmer und breiter einsetzbar, aber nicht automatisch natursteinfest; dafür braucht es die ausdrücklich geprüfte Variante. Hybrid- beziehungsweise MS-Polymer-Dichtstoffe sind silikonfrei, haften meist ohne Primer und sind überstreichbar – sie sind die Wahl, wo geklebt statt nur abgedichtet wird.
Typische Anwendungen im SHK-Alltag
Dichtstoffe dichten Anschluss- und Dehnfugen ab und verkleben Bauteile dauerhaft; die Befestigungstechnik fixiert Rohrleitungen schallentkoppelt an Wand und Decke. Beides sind Gewerke, bei denen Fehler erst Monate später sichtbar werden – als aufgerissene Fuge oder als Strömungsgeräusch im Nachbarraum.
Bei der Fuge entscheidet die Geometrie mit. Das Merkblatt des Industrieverbands Dichtstoffe (IVD) nennt eine Mindestfugentiefe von 5 mm und ordnet jeder Fugenbreite eine Tiefe zu; das Verhältnis ist nicht beliebig, weil der Dichtstoff die Bewegung aufnehmen können muss. Ebenso wichtig ist, die Dreiflankenhaftung zu vermeiden: Eine geschlossenzellige PE-Rundschnur im Fugengrund begrenzt die Tiefe und lässt dem Dichtstoff nur die beiden Flanken zum Arbeiten. Reicht die Tiefe dafür nicht, tritt eine PE-Folie an ihre Stelle. Sanitärfugen sind nach DIN 52460 Wartungsfugen – sie sind regelmäßig zu prüfen und bei Bedarf zu erneuern, was bei der Übergabe schriftlich gehören sollte.
Bei der Befestigung geht es um Körperschall. DIN 4109 begrenzt den Installations-Schalldruckpegel in schutzbedürftigen Räumen; erreicht wird das über geprüfte Schellen mit Dämmeinlage, die die Leitung vom Baukörper trennen. Die EPDM-Einlagen sind chlorfrei und alterungsbeständig und decken einen Temperaturbereich von etwa −30 °C bis +110 °C ab. Wo mehrere Leitungen parallel laufen, ersetzt eine Sammelbefestigung auf der Schiene die Einzelschellen – das reduziert nebenbei die Zahl der Körperschallbrücken. Nach demselben Prinzip werden auch die Anbindeleitungen von Flächenheizungen befestigt – die Systeme selbst finden Sie unter Fußbodenheizungssysteme.
Marken & Qualität
Bei Dichtstoffen setzen wir auf die OTTOSEAL®-Produkte von OTTO-CHEMIE (u. a. Sanitär-, Naturstein- und Bausilikone sowie die Hybrid-Reihe), bei der Befestigungstechnik auf die BIS-Systeme von Walraven – Rohrschellen und RapidRail-Montageschienen mit vorkonfektioniertem Zubehör. Welcher Dichtstoff auf welchen Untergrund gehört, steht im technischen Datenblatt des jeweiligen Produkts; OTTO-CHEMIE stellt dafür zusätzlich einen Anwendungs-Assistenten und Verträglichkeitslisten bereit. Eine Übersicht unserer weiteren Marken und Lieferanten finden Sie auf der Startseite.
Häufige Fragen
Reicht ein Neutralsilikon für Naturstein aus?
Nein – das ist die häufigste Vereinfachung bei diesem Thema. Essigvernetzende Silikone scheiden auf kalkhaltigem Naturstein aus, weil die freigesetzte Essigsäure den Kalk angreift; neutral vernetzende sind deshalb aber nicht automatisch freigegeben. Kritisch ist zusätzlich die Randzonenverschmutzung, also das Einwandern von Weichmachern in die poröse Oberfläche. Maßgeblich ist die Prüfung nach ISO 16938-1: In der OTTOSEAL-Reihe ist dafür das Naturstein-Silikon vorgesehen, während das neutrale Bau-Silikon Naturstein im Datenblatt ausdrücklich ausschließt.
„Anstrichverträglich" – heißt das, ich kann die Fuge überstreichen?
Nein. Anstrichverträglich nach DIN 52452 bedeutet, dass ein angrenzender Anstrich durch den Dichtstoff nicht geschädigt wird – nicht, dass der Dichtstoff selbst Farbe annimmt. Silikonfugen bleiben in aller Regel nicht überstreichbar. Wo die Fuge mitlackiert werden soll, sind Hybrid- beziehungsweise MS-Polymer-Dichtstoffe das passende Produkt; sie sind ausdrücklich als überstreichbar ausgewiesen.
Neutralsilikon an Kupfer- oder Messinganschlüssen – gibt es ein Risiko?
Ja, und es steht so in den Datenblättern: Neutral vernetzende Silikone können mit Buntmetallen wie Kupfer und Messing reagieren, und für die Aushärtung ist ungehinderter Luftzutritt erforderlich. Praktisch heißt das, an Buntmetall keine luftdicht eingeschlossenen Verklebungen auszuführen. Wer das übersieht, bekommt das Problem erst nach der Aushärtung zu sehen.
Wie tief darf eine Fuge werden, und wozu die Hinterfüllschnur?
Die Fugentiefe ist an die Breite gekoppelt, Mindesttiefe nach IVD-Merkblatt sind 5 mm. Zu tief gefüllte Fugen können die Bewegung nicht aufnehmen und reißen an der schwächsten Stelle auf. Die geschlossenzellige PE-Rundschnur hat deshalb zwei Aufgaben: Sie stellt die Tiefe ein und verhindert, dass der Dichtstoff am Fugengrund haftet. Nur mit zwei statt drei Haftflanken kann er sich frei verformen.
Reicht eine schallgedämmte Einzelschelle am Steigstrang?
Für die Mindestanforderung nach DIN 4109 genügt eine geprüfte Schelle mit Dämmeinlage in der Regel. Ist erhöhter Schallschutz vereinbart, reicht sie allein oft nicht: Jeder Befestigungspunkt ist eine Körperschallbrücke, sodass die Zahl der Fixpunkte zur eigentlichen Stellschraube wird – etwa über eine Sammelbefestigung auf der Montageschiene statt vieler Einzelschellen. Gemischte Schellenqualitäten in einem Strang machen die Rechnung zusätzlich unsicher.
Die Antworten in diesem Abschnitt stammen aus der Beratungspraxis von Holger Lenau, SHK-Großhandel in Rheinbach – seit 1986.